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Das ABC der Auschwitzleugner

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Jüdische Vorfahren

Die Argumentation der Holocaustleugner ist so gut wie immer auch antisemitisch, und so verwenden diese "Wahrheitssucher" viel Zeit und Energie darauf, möglichst alles, was als feindlich empfunden wird, mit dem Judentum in Verbindung zu bringen.

Bei einigen historischen Persönlichkeiten ist dies leicht, weil sie tatsächlich Juden waren; so etwa der russische Autor Ilja Ehrenburg. Bei anderen ist etwas mehr "Forschungsaufwand" nötig. So hätten Juden beispielsweise Roosevelts und Churchills Politik beeinflusst.

Bezeichnend ist, dass der Hinweis auf die Religionszugehörigkeit beispielsweise beim protestantischen Roosevelt stets unterbleibt. Nur seine tatsächlich oder vermeintlich jüdischen Berater werden unter Nennung der Religion genannt. Häufig geht die Etikettierung als (böser) Jude auch mit der Erwähnung eines angeblich "richtigen", jüdisch klingenden Namens einher. Besonders auffällig ist dies etwa bei "Mordechai" Marx, "Hennoch Kohn", Stalin und hohen Politfunktionären der Sowjetunion.

Nazis mit jüdischen Vorfahren?

In vielen Büchern und Diskussionen geistert die zunächst etwas eigenartig anmutende Behauptung herum, führende Nazis wie Hitler selbst, aber auch Heydrich und andere seien Juden gewesen oder hätten jüdische Vorfahren gehabt (was vom Standpunkt eines Rassisten aus ein eher unwesentlicher Unterschied ist).

Auf den ersten Blick möchte man vermuten, politische Gegner hätten dies den Nazis angedichtet: Nun habt ihr die Juden Europas als eure Feinde umgebracht und seid doch selbst Juden.

Eine recht abstruse Variante läuft allerdings darauf hinaus, die Verfolgung der Juden (die natürlich nicht im bekannten Ausmaß stattgefunden habe) sei Bestandteil eines großen Plans von Zionisten gewesen, um das Staatsvolk ins gelobte Land zu treiben.

Der Holocaustleugner Hennecke Kardel verschiebt den Akzent und vertritt die Ansicht, Hitler hätte die "hehre Idee" des Nationalsozialismus verraten, was aus seiner Sicht auf Hitlers jüdisches Erbe zurückzuführen sei. Bei seiner Schandtat hätten ihm Hess, Göring, Strasser, Goebbels, Himmler, Ribbentrop, Globocznik, Jordan, Kube, Bach-Zelewski, Hanffstaengel und Haushofer geholfen, die allesamt ebenfalls jüdischer Abstammung gewesen seien. Offenbar ist Kardel der Ansicht, der Nationalsozialismus sei eine feine Sache, solange die Juden keinen Einfluss darauf nehmen.

Kardel beruft sich, was die angeblich jüdischen Vorfahren der Nazis angeht, auf Dietrich Bronder, dessen Buch "Bevor Hitler kam" eine gewisse Nähe zu rechtsextremen Ideen nicht abzusprechen ist. Bronder bekommt seinerseits die Quittung vom Judenhasser Henry Makow, der den ehemaligen freikirchlichen Funktionär als "Bronder, selbst Jude" beschreibt.

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© Jürgen Langowski 2017