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Zyklon B ohne Warnstoff

Die nationalsozialistische "Schädlingsbekämpfung"

Aus zahlreichen Dokumenten geht hervor, dass Zyklon B in die Vernichtungslager der Nazis geliefert worden ist. Da die Lieferungen nicht wegzudiskutieren sind, werden sie von den "Revisionisten" kurzerhand umgedeutet.

Die Auschwitzleugner machen sich den Umstand zunutze, dass ein Teil der Lieferungen zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurde, und behaupten, das Zyklon B wäre ausschließlich zu diesem Zweck benutzt worden.

Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Beweisen, die dieser Deutung widersprechen. Einer dieser Beweise ist die hier reproduzierte Rechnung der Firma Degesch, die das Zyklon B hergestellt hat.

Zyklon B ohne Warnstoff
Die Etiketten tragen den Vermerk:
* Vorsicht, ohne Warnstoff ! *

Normalerweise wurde dem Gift ein stark riechender Warnstoff zugesetzt, der dafür sorgen sollte, dass die zur Schädlingsbekämpfung eingesetzten Arbeiter nicht gefährdet wurden. Wie aus dieser Rechnung hervorgeht, wurde Zyklon B jedoch auch ohne den Warnstoff ausgeliefert. Unten auf dem Faksimile der Rechnung kann man den Hinweis erkennen, dass die Etiketten mit dem Vermerk "Vorsicht, ohne Warnstoff" bedruckt worden sind.

Sinnvoll wird diese eigenartige Bestellung nur, wenn man weiß, dass das ohne Warnstoff gelieferte Zyklon B der Vernichtung von Menschen dienen sollte, die so lange wie möglich über ihr Schicksal im Unklaren gelassen werden sollten.

Einige "Revisionisten" behaupten, das Fehlen des Reizstoffs sei keineswegs ein Indiz dafür, dass die Nazis mit dieser gefährlicheren Variante des Giftes Menschen umbringen wollten. Auf den Seiten des Holocaust-Leugners Rudolf findet man beispielsweise die folgende Argumentation:

Vielmehr wird man davon ausgehen dürfen, daß durch die alliierten Luftangriffe auf die deutschen Ballungsgebiete auch die chemische Industrie stark beschädigt wurde, so daß eine zuverlässige Belieferung der Zyklon B-Produzenten mit diesem Warnstoff nicht mehr möglich war.

Zyklon B - eine Ergänzung
Von Dr. rer. nat. Wolfgang Lambrecht

Die Formulierung "wird man davon ausgehen dürfen" zeigt bereits, dass der Autor kein gesichertes Wissen hat, sondern lediglich spekuliert. Hätte er Beweise für seine Behauptung, dann hätte er sie vorgelegt.

Bemerkenswert ist, dass weder dieser Autor noch der Chemiker Germar Rudolf, der ganz ähnlich argumentiert, den Warnstoff beim Namen nennt - und das ist kein Wunder.

Als Warnstoff wurde Bromessigsäuremethylester benutzt. Problematisch könnte allein das relativ seltene Element Brom sein, die anderen Komponenten der Verbindung sind leicht zu beschaffen. Auch Brom stand jedoch während des Krieges zur Verfügung:

Die Herstellung von Brom erfolgt in Deutschland aus bromidhaltigen Laugen, die bei der Salz- und Düngemittelherstellung aus dem Abraumsalz Kaliumchlorid anfallen.

Brom ist offenbar ein Abfallprodukt aus der Salzgewinnung. Um die oben zitierte Behauptung zu belegen (es hätte wegen der Luftangriffe nicht mehr genügend Warnstoff gegeben), müssten die Holocaust-Leugner nachweisen,

  1. dass die Salz- und Düngemittelherstellung in Deutschland aufgrund der Luftangriffe so weit beeinträchtigt war, dass nicht einmal mehr diese Abfallprodukte verfügbar waren
  2. dass die schon vorhandenen Abraumsalze zum fraglichen Zeitpunkt vollständig verbraucht waren

Aber so funktioniert die "revisionistische Wahrheitssuche" natürlich nicht. Die Autoren wissen, dass sie ihre Behauptungen nicht belegen können, und denken sich ersatzweise einfach etwas aus, von dem sie "ausgehen dürfen".

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© Jürgen Langowski 2017