Tricks der Holocaustleugner
Wer mit solchen Tricks arbeiten muss, hat keine Argumente.
Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugner haben inhaltlich nicht viel zu bieten; daher greifen sie gern zu sprachlichen oder rechnerischen Taschenspielertricks, um ihre „Zweifel“ am Holocaust zu begründen. Neben den hier aufgeführten Manövern gibt es noch eine ganze Reihe von Zahlenspielen, die man in vielen Büchern der „Revisionisten“ findet.
Missbrauchte Zitate von echten oder vermeintlichen Autoritäten, die angeblich am Holocaust gezweifelt hätten, sind eine besondere und sehr beliebte Form der „revisionistischen“ Tricks.
- Ausrotten
- Was der Begriff bedeutet, ist klar. Holocaustleugner sehen das anders und behaupten, das „Ausrotten“ der Juden im Nationalsozialismus sei harmlos zu deuten und dürfe nicht im Sinne von „töten“ verstanden werden. Alte Wörterbücher, Dokumente der NS-Propaganda und Äußerungen der Nationalsozialisten selbst widersprechen dieser Sichtweise.
- Martin Broszat
- Der Historiker erklärte in einem Leserbrief, dass die Massenvernichtung der Juden in den Lagern im Osten stattfand, aber nicht im Altreich. „Revisionisten“ behaupten, es habe überhaupt keine Gaskammern im Altreich gegeben. Das ist falsch. Vor der Massenvernichtung der Juden gab es beispielsweise Massenmorde in Gaskammern im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“.
- Drachentöter
- Dieser Trick geht so: Die Leugner bauschen angebliche Vorwürfe gegen Deutschland und vor allem gegen das NS-Regime auf. Je absurder die Vorwürfe, desto ernster soll der geneigte Leser sie nehmen. Nachdem sie diesen Pappdrachen aufgebaut haben, drehen sie sich um und bringen ihn unter großem Getöse und unter dem Beifall der gläubigen Konsumenten zur Strecke. Der Fachausdruck dafür: „Strohmann-Argument“.
- Fotos von Gaskammern?
- Manchmal verlangen Holocaustleugner Beweise, von denen sie schon vorher wissen, dass sie sie nicht akzeptieren werden. Die Frage nach Fotos von Gaskammern ist ein Beispiel dafür. Eine Aufnahme eines leeren Raumes sagt nicht viel aus, wenn man keinen Kontext in Bezug auf die Funktion des Raumes hat – und wenn man diesen Kontext kennt, was bei den Gaskammern der Fall ist, dann dient das Foto zur Veranschaulichung, aber nicht für sich allein als Beweis.
- Katyn, Massaker
- Anfang 1940 ermordeten die Sowjets mehrere tausend polnische Offiziere in Katyn. Seit den 1950er Jahren ist dies bekannt; kein westlicher Historiker hat sich die anderslautende sowjetische Propaganda zu eigen gemacht. Geschichtsfälscher behaupten, erst in den 1990er Jahren sei die Wahrheit über das Massaker von Katyn ans Licht gekommen, und bis zu diesem Zeitpunkt habe man das Massaker zu Unrecht den Deutschen vorgeworfen.
- Rasse, NS-„Rassenlehre“
- Der Nationalsozialismus war eine rassistische Ideologie, die Juden galten als „minderwertige Rasse“. Dies geht aus zahlreichen zeitgenössischen Dokumenten und Äußerungen hervor. Heutige NS-Anhänger verharmlosen und verfälschen den Begriff und betreiben „revisionistische“ Rassenkunde.
- Telefonbuch, Berlin 1941
- Einige Eintragungen jüdischer Einrichtungen im Berliner Telefonbuch von 1941 sollen nach Ansicht der Holocaustleugner beweisen, dass die deutschen Juden nicht verfolgt und ermordet wurden. Die Existenz jüdischer Einrichtungen in Berlin kann jedoch nicht widerlegen, dass die Einsatzgruppen im Osten in diesem Jahr bereits Massenmorde verübten [vgl. Massaker in Babyn Jar].