Udo Walendy
Beruf: Geschichtsfälscher
Der diplomierte Politologe Udo Walendy (1927–2022) nahm als Luftwaffenhelfer und bei der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg war er u.a. Leiter der Volkshochschule Herford und Geschäftsführer im Arbeitgeberverband Bielefeld.
Udo Walendy
1965 gründete er den Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, der 1999 auf Walendys Ehefrau übertragen wurde. Zeitweilig war er auch Landesvorsitzender der NPD Nordrhein-Westfalen.
Walendy veröffentlichte in seinem Verlag zahlreiche Werke, in denen die Kriegsschuld Deutschlands und der Holocaust bestritten werden, unter anderem den Leuchter-Report, Starben wirklich sechs Millionen von Richard Harwood und Der Jahrhundertbetrug von Arthur Butz, außerdem die Schriftenreihe Historische Tatsachen, die eine ähnliche Zielsetzung verfolgt.
In dieser Schriftenreihe behandelte er auch das Buch The Transfer Agreement von Edwin Black, bis es sich seinen Vorstellungen fügte.
Walendy vertrat die Ansicht, die Tonaufzeichnungen von Himmlers Reden in Posen, wo der Reichsführer-SS unmissverständlich von der Vernichtung der Juden sprach, seien von Stimmimitatoren angefertigt worden.
Nachdem Walendy aufgrund eines Gerichtsurteils seinen Verlag und die Schriftenreihe nicht fortführen durfte, erschienen einige Ausgaben von Historische Tatsachen bei Vrij Historisch Onderzoek (VHO). Maßgeblich beteiligt an VHO war der Holocaustleugner Germar Rudolf.
Walendys Buch Wahrheit für Deutschland kann als sein Hauptwerk betrachtet werden; auch dieser Text ist darauf abgestellt, die deutsche Kriegsschuld zu leugnen.
Walendy nahm mehrfach an „revisionistischen“ Veranstaltungen teil, so auch beim IHR, in dessen Advisory Committee er für die Herausgabe der Zeitschrift Journal of Historical Review mitverantwortlich war. Er galt als einer der führenden deutschen „Revisionisten“.
Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt über Walendy und andere Geschichtsfälscher:
Der Revisionismus bedient sich pseudowissenschaftlicher Argumente und trägt sein Anliegen in bürgerlicher Sprache vor. Die Imitation von Wissenschaft durch Übernahme ihrer Formen – Abhandlung und Fußnote, Vortrag und Seminar, Tagung und Zeitschrift – konstituiert jedoch nicht Wissenschaftlichkeit und Seriosität, sondern dient lediglich dem Zweck, Verwirrung zu stiften und historische Wahrheit zu verneinen.
Bundeszentrale für politische Bildung, Revisionismus
Siehe auch
- Udo Walendy, Historische Tatsachen Nr. 26: Walendy bearbeitet Edwin Black, The Transfer Agreement, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt.
- Informationen zur politischen Bildung, Revisionismus