Home
Themen
ABC
Literatur
Der Krieg
Mord u. Verfolgung
Personen
Organisationen
Tricks/Zahlenspiele
Feindbilder
Impressum

Die Finanzierung der Nazis

"... ich weiß, dass es Juden waren ..."

In Diskussionen taucht immer wieder die Behauptung auf, Hitler wäre aus dem Ausland finanziert worden. Ein Teilnehmer hat es fertiggebracht, im Laufe von zwei Jahren eine ganze Fußballmannschaft von Verdächtigen zu präsentieren, die eines gemeinsam hatten: Er hat bei allen darauf hingewiesen, dass sie Juden gewesen wären.

Hierzu habe ich eine These, wonach es *zwei* zutiefst zerstrittene jüdische Eliten um a) Rockefeller und b) Rothschild gab/gibt. Die Rockefellers waren verbunden mit Hitler, die Rothschilds mit Roosevelt. Witzigerweise hätten dann die Rockerfellers gerade geringere USA-Kontrolle gehabt, dem eigentlichen Stammland, und die Rothschilds geringere UdSSR-Kontrolle in der eigentlich eigenen UdSSR (wegen Stalin). Rockefeller/Warburg finanzierten die NSDAP. Rothschilds die Roten in Deutschland und sonstwo.

Norbert Marzahn[1]

Bei anderer Gelegenheit hat Herr Marzahn dann den Bankier Otto Kahn, der jedoch nicht mit den Rockefellers, sondern mit den Rothschilds in Verbindung gestanden hätte, als Hitler-Finanzier genannt:

Also, fuer Juergen Langowski, der den Namen des EINEN juedischen Bankiers wissen wollte, der laut Heinrich Bruening die Nazis finanzierte, teile ich nun mit, dass dies wahrscheinlich Otto Kahn gewesen sein duerfte. Die Kahns waren auch verbunden mit den Warburgs und mit dem Rothschild- Imperium.

Norbert Marzahn[2]

Zuerst also die Rockefellers und Warburgs, dann die Rothschilds und Kahn/Warburg, und zwischendurch war vorübergehend noch jemand anders an der Reihe:

Das Projekt des Schauspielers Hitler war bis zur Machtergreifung kostspielig, fuer den teuren Propagandaaufwand 1929 - 1933 kam in ganz herausragender Weise das Bankhaus Warburg auf, ebenfalls der neojuedische Bankier Schroeder, der spaeter SS-Standartenfuehrer wurde. Faktisch wurde Deutschland von zionistischen Bankiers gekauft, es war somit selbst das erste Opfer.

Norbert Marzahn[3]

Bei all seinen Kandidaten vergisst Herr Marzahn nur selten, darauf hinzuweisen, dass sie seiner Ansicht nach Juden gewesen seien. Wenn er aber erwähnt, dass der Industrielle Thyssen Hitler unterstützt hat, dann entfällt der Hinweis auf die Religion dieses Mannes. Das ist kein Wunder, denn als Drahtzieher hat Herr Marzahn schon 1996 die Zionisten ausgemacht, und da passt ein nichtjüdischer deutscher Industrieller nicht ins Bild:

Die Warburg-Protokolle und das Abegg-Archiv, Heinrich Brüning u.a. sind in Deutschland praktisch vergessen. Das deutsche Abegg-Archiv befindet sich nicht ohne Grund in der Schweiz. Springer ist/war Zionist. Sie kontrollieren vieles. Martin Blumentritt deckt sie. Die USA-Offiziellen woll(t)en von diesen Unterlagen auch nichts wissen.

ZIONISTEN schufen, prägten und finanzierten die NSDAP. Zionisten ließen sich von Hitler das Volk für das zu schaffende Israel zusammentreiben. Nazijuden ließen Juden jagen und morden. Sie *sollten* Angst haben, sie *sollten* hier nicht bleiben wollen, sie *sollten* nach Israel wollen. Israel wurde nicht rechtzeitig "fertig".

Norbert Marzahn[4]

Hitler wird als kleines Rädchen, als Befehlsempfänger oder gekaufter Agent der Zionisten oder "Leviten" beschrieben, wie Norbert Marzahn sie seit einiger Zeit nennt. Doch welchen Begriff und welches Codewort er auch benutzt, die Übeltäter sind in Norbert Marzahns Welt immer und ausschließlich Juden.

Um dieses Bild abzurunden, verbreitet Herr Marzahn gelegentlich auch die nicht gerade überzeugend belegte Behauptung, Hitler selbst sei genau wie die gesamte NS-Elite jüdischer Abstammung gewesen.

Norbert Marzahns letzter Kandidat in der Reihe angeblicher Hitler-Finanziers ist der Bankier Otto Kahn:

Ich weiss, dass es Juden waren, deren Ziele Hitler ja auch umsetzte. Sehr extremistische Juden. Und den Namen, der wahrscheinlich tatsaechlich wichtiger ist, als der von Warburg, den habe ich nun auch:

OTTO KAHN

Gestorben am 10.3.1934 in New York. Von ihm gibt es Verbindungen zu Jakob Schiff, der die bolschewistische Partner-Revolution finanzierte. Wichtiges Bankhaus dabei: Kuhn, Loeb & Co., Verbindungen auch zu Warburg. Kahn hatte das Judentum zuvor offiziell verlassen.

Norbert Marzahn[5]

Auch hier darf der Hinweis auf Otto Kahns ehemalige Religion nicht fehlen.

Abgesehen von den unvermeidlichen Hinweisen, dass sie Juden gewesen wären, gibt es bei Herrn Marzahns Kandidaten für die Hitler-Finanzierung aber noch eine weitere Gemeinsamkeit.

Norbert Marzahn hat für alle seine Kandidaten die gleichen Beweise vorgelegt. Trotz der reichhaltigen Palette von Verdächtigen - die Rothschilds, die Rockefellers, die Warburgs, Schroeder und Otto Kahn - hat Norbert Marzahn immer wieder dieselben drei Quellen genannt, die anscheinend je nach Belieben ganz eindeutig die Mitwirkung dieser oder jener Finanziers "beweisen" konnten - genauso eindeutig und überzeugend, wie sie die Täterschaft des jeweils vorhergehenden Hitler-Finanziers "bewiesen" haben.

Es ist, als hätte Herr Marzahn Universalquellen entdeckt, die sich in ihrer vielseitigen Anwendbarkeit hinter einem Schweizer Armeemesser nicht zu verstecken brauchen.

Diese Mehrzweckquellen waren:

  1. Der so genannte Warburg-Bericht (eine Fälschung)
  2. Bemerkungen des ehemaligen Reichskanzlers Brüning
  3. Das Abegg-Archiv/die Ermittlungen gegen Hitler
Und da begriff ich erst, dass der Warburg-Bericht wirklich eine reine Ablenkung der tatsaechlichen Finanzierer gewesen sein musste, die den wahren Sachverhalt mal eben mit anderen Namen und Motiven versahen. Eine uebliche Desinformationsstrategie. Und daher korrigierte ich das Buch WAL in der Ergaenzung, ganz einfach deshalb, weil Kahn perfekt ist und Warburg nicht.
Norbert Marzahn[6]

Um das Ergebnis der Überprüfung vorwegzunehmen: Keine dieser Quellen ist geeignet, die Behauptung, Otto Kahn hätte Hitler finanziert, zu stützen. Aus Norbert Marzahns Quellen geht sogar hervor, dass Otto Kahn ganz sicher nicht der gesuchte Hitler-Finanzier gewesen ist.

Im übrigen ignoriert Herr Marzahn bei der Diskussion um die angebliche Hitler-Finanzierung durch amerikanische Juden einen ganz entscheidenden Punkt. Selbst wenn man annimmt, dass es eine solche Finanzierung gab, fehlt noch ein entscheidender Schritt. Die Finanzierung allein - egal von wem - hat nicht ausgereicht, um Hitler zum Diktator zu machen.

Der letzte Schritt auf dem Weg von der Weimarer Republik zur Hitler-Diktatur war die Externer LinkVerabschiedung des Ermächtigungsgesetzes am 23. März 1933. Die NSDAP hatte zu diesem Zeitpunkt keine Mehrheit im Reichstag; Hitler war auf die Stimmen der Deutschnationalen und des Zentrums angewiesen. Er hat die fehlenden Stimmen bekommen, das Ermächtigungsgesetz wurde verabschiedet, und von diesem Zeitpunkt an war Hitler mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet.

Es waren keineswegs amerikanische Juden, sondern vielmehr deutschnationale Politiker, die Hitler geholfen haben, sich zum Diktator aufzuschwingen.

Herr Marzahn fragt nicht, ob diese Politiker jüdischer Abstammung waren, ob sie das Judentum "offiziell verlassen" hätten wie Otto Kahn, oder ob sie zusammen mit ganz Deutschland "gekauft" worden sind (siehe oben).

Er fragt nicht nach diesen Politikern und blendet die Tatsache, dass Hitler mit Hilfe dieser Menschen an die Macht gekommen ist, völlig aus.

Er fragt nicht, weil er die Antwort kennt. Norbert Marzahn weiß, dass diese Politiker deutschnationale, erzkonservative Christen waren.

Nach der Religion eines Menschen fragt Norbert Marzahn immer nur dort, wo am Ende herauskommt, dass der Schurke ein Jude war.





Quellen:

  1. From: Merlin@normarz.snafu.de (Norbert Marzahn)
    Subject: Re: Bubis ist besorgt
    Date: 07 Nov 1996
    Message-ID: <6KRbmpy41wB@normarz.snafu.de>
  2. From: n.marzahn@BBrandes.in-brb.de (Norbert Marzahn)
    Subject: Re: Otto Kahn
    Date: Mon, 11 May 98
    Message-ID: <6td61zmZ-ZB@nm01.bbrandes.in-brb.de>
  3. From: normarz@aol.com (Normarz)
    Subject: D-Holocaust geklaert
    Date: 20 Dec 1997
    Message-ID: <19971220223100.RAA09101@ladder02.news.aol.com>
  4. From: Merlin@normarz.snafu.de (Norbert Marzahn)
    Subject: Nazionismus
    Date: Thu, 25 Apr 1996
    Message-ID: <67ZfZqCp1wB@normarz.snafu.de>
  5. From: n.marzahn@BBrandes.in-brb.de (Norbert Marzahn)
    Subject: Re: Warburg und Sonderegger
    Date: Mon, 11 May 98
    Message-ID: <6td6AqiZ-ZB@nm01.bbrandes.in-brb.de>
  6. From: n.marzahn@vision.in-brb.de (Norbert Marzahn)
    Subject: Re: Leviten
    Date: 22 Jul 1998
    Message-ID: <6yPql6HqbXB@nm01.vision.IN-BRB.DE>

Die Finanzierung der Nationalsozialisten

nach oben
© Jürgen Langowski 2017