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Das ABC der Auschwitzleugner

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Die Weißbücher des Auswärtigen Amts

Vorangestellt sei eine Bewertung von Astrid Eckert:

Das Auswärtige Amt setzte im Zweiten Weltkrieg stark auf Weißbücher, die sich des vollen Instrumentariums von korrekter Textwiedergabe Über Auslassungen bis zu eklatanten Fälschungen bedienten

Astrid Eckert, Der Kampf um die Akten, S. 47

Aus den Originaldokumenten, die im Auswärtigen Amt archiviert wurden, haben Mitarbeiter wie Werner von Schmieden, Hans Adolf von Moltke und Heinz Trütschler von Falkenstein das herausgezogen und nachbearbeitet, was der Propaganda des Naziregimes dienlich war. Im Folgenden werden einige dieser verfälschten Wiedergaben erläutert.

Weißbuch Nr. 2, Dokument 208

Unterredung des Reichsministers des Auswärtigen Ribbentrop mit dem psolnischen Botschafter Lipski, 26. März 1939.

Ribbentop sagt:

Die einzig mögliche Lösung des Problems müsse in der Wiedervereinigung Danzigs mit dem Deutschen Reich und der Schaffung einer exterritorialen Auto- und Eisenbahnverbindung zwischen dem Reich und Ostpreußen bestehen. Herr Lipski entgegnete, er habe die unangenehme Pflicht darauf hinzuweisen, daß jegliche weitere Verfolgung dieser deutschen Pläne, insbesondere soweit sie eine Rückkehr Danzigs zum Reich beträfen, den Krieg mit Polen bedeute.

In den Originalakten ist der hervorgehobene Satz nicht enthalten; er wurde zu propaganstischen Zwecken eingefügt, um Polen die Schuld am Krieg zuzuschieben. (vgl. Freund, Dokumente, Band 2, S. 83)

Weißbuch Nr. 2, Dokument 470

Meldung des Polizeipräsidenten Gleiwitz.
Gegen 20 Uhr wurde der Sender Gleiwitz durch einen Trupp polnischer Aufständischer überfallen und vorübergehend besetzt. Die Aufständischen wurden durch deutsche Grenzpolizeibeamten vertrieben. Bei der Abwehr wurde ein Aufständischer tödlich verletzt.

Die Besetzung des Senders Gleiwitz wurde von der SS bzw. dem SD inszeniert und den Polen in die Schuhe geschoben.

Weißbuch Nr. 8

Kriegstagebuch, 10. Mai 1940

Mit Beginn der Operationen im Westen mehrten sich die Angriffe der britischen Luftwaffe auf nichtmilitärische Ziele in Deutschland in rascher Folge und in zunehmendem Umfang. Das Vorgehen der britischen Luftwaffe entsprach den Absichten, die britische Politiker wie Baldwin und Neville Chamberlain ebenso wie Churchill zum Ausdruck gebracht hatten. Am 10. Mai 1940 fielen nachmittags gegen 4 Uhr Bomben auf die Stadt Freiburg im Breisgau.

Am 10. Mai 1940 begann der deutsche Angriff auf Frankreich unter Verletzung der belgischen und niederländischen Neutralität. An diesem Tag wurde tatsächlich die Stadt Freiburg bombardiert. Allerdings nicht durch britische, sondern durch deutsche Flugzeuge, die sich auf dem Weg nach Frankreich verflogen hatten.

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© Jürgen Langowski 2017